Warum meine Küche so schlecht ausgestattet ist

Eigentlich koche ich sehr gerne. Schon als ich noch ein Kind war, wurde das gemeinsame Kochen in meiner Familie jeden Sonntag ausgiebig zelebriert. Zuerst wurden die Mahlzeiten gemeinsam zubereitet und später natürlich auch gegessen. Oft waren zu diesen Anlässen Verwandte oder Freunde zu Besuch. Daher habe ich Kochen schon immer mit positiven Erinnerungen und einem angenehmen, entspannten Gefühl verbunden.

Meine Leidenschaft für’s Kochen habe ich dann einige Jahre später wiederentdeckt, als ich für ein Jahr halbtags in einer Großküche arbeitete. So merkte ich zwar, dass eine Küche nicht nur mit Entspannung und Geselligkeit, sondern auch mit einigem Stress und harter Arbeit in Verbindung steht, aber ebenfalls, dass sich an diesem Ort wunderbar das erste eigene Geld verdienen lässt. Manchmal finde ich es schade, dass ich diesen Berufsweg nicht weiter verfolgt habe.

Auch heute macht es mir noch großen Spaß, alleine oder mit anderen Menschen zu kochen. Bei diesen Gelegenheiten kommt es dann aber immerwieder zu der Situation, dass mich jemand fragt, ob ich denn nicht dieses oder jenes Küchenutensil griffbereit hätte, was ich in der Regel leicht beschämt verneinen muss und dann regelmäßig verständnislose Blicke ernte, obwohl ich die meisten der Gegenstände mit dem passenden Fachbegriff benennen könnte.

Aber woher kommt es, dass ich keinen Milchaufschäumtopf und keinen eigenen Mörser besitze, wo ich doch so gerne koche? Das liegt daran, dass es bei einer gut eingerichteten Küche nicht darum geht, gut auf die Dinge vorbereitet zu sein, die man regelmäßig kocht. Es geht darum, auf die Dinge vorbereitet zu sein, die man vielleicht irgendwann mal kochen wird. Oder niemals.

Auch wenn ich bei anderen Gelegenheiten gerne gut vorbeitet bin, geht mir diese Eigenschaft in Bezug auf die Küche irgendwie völlig ab. Die Mamas dieser Welt können jederzeit eine herrliche Putenoberkeule im Schnellkochtopf zubereiten und die Rouladen mit einem dieser kleinen Spieße durchpieken, die ich noch nie in irgendeinem Geschäft gesehen habe. Mir aber fehlt einfach der Antrieb, irgendwelche Dinge für meine Küche zu kaufen, die ich vielleicht niemals benutzen werde. Nein, eigentlich fehlt mir der Antrieb gar nicht, ich komme einfach erst gar nicht auf so eine Idee.

Vielleicht hat das etwas damit zu tun, dass ich ein Mann bin und in vielen Dingen eher praktisch denke. Obwohl ich nicht wirklich ein Freund dieser „Mann-Frau-Eigenschaftsvererbungs-Sache“ bin. Aber bevor ich jetzt völlig vom Thema abkomme, gehe ich mir lieber einen Flötenkessel kaufen. Oder besser gleich zwei. Sicher ist sicher.

Kommentar verfassen